Nebel

Der Herbst zieht langsam ins Land. Die heißen Sommertage sind vorüber. Der Regen zeigt sich wieder. Bäume, Gräser, die ganze Natur jubelt. Alles ist bereit für dieses farbenprächtige Naturschauspiel. Ich mag den Herbst, diesen mürrisch, freundlichen Zeitgenossen. Seine melancholischen Nebel, die wabernd durch Wälder, Wiesen, Straßen ziehen. Seine stürmischen Winde, die Drachen durch die Lüfte wehen und Wolken wie rasende Kometen erscheinen lassen. Seine Emotionen unser Land durch Streifen. Mal trübe Gedanken blasend, um im nächsten Moment, seine Farbenpracht in goldenen, roten, gelben und braunen Farben in unsere Herzen zu katapultieren. Der Herbst der König der Verwandlung.

Vogel scharen wartend auf sein Zeichen. Auf geht’s, eine lange Reise stet an. Der Endspurt der Futtersuche für Igel und Eichhörnchen. Ein langer Winter, der wartend an den Toren des Herbstes geduldig harrt, steht euch bevor. Die Herbstzeitlose in ihre Pracht, die letzten Farben feuer erkennen lässt. Herbst breitet nun seine Flügel aus und verkürzt des Lichtes Tag. Langsam werden die Nächte länger um den Wunsch nach Licht, in den Menschen zu entzünden. Das bist du mein Herbst, mein Freund, in dessen Menschenalter ich mich nun befinde. Bist jetzt näher an mich herangerückt. Umarmst mich und wirst mich in den Winter meines Lebens begleiten. Treuer Kumpan, werde mich jetzt eine Zeit an dir erfreuen.

Wem schreiben wir solche Worte zu? Uns selbst? Unserer Seele? Unserm Herzen? Einer schöpferischen Macht? Wer weis das schon? Vielleicht ist es auch die Liebe in uns. Die Liebe, die wir alle brauchen, damit uns der Mut nicht verlässt in dunklen Zeiten. Sind wir stark genug? Sind wir genug uns selbst um Liebe und Stärke ins Leben zu tragen? Die Menschenwelt ist kein liebevoller Ort. Die Menschen sind nicht liebevoll untereinander. Sie sind verloren in der Werbung, im Streben nach Karriere und Erfolg. Vergessen ihre Familien, ihre Kinder, ihre Eltern. Vergessen sich selbst und weinen nur noch um sich selbst. Eine Traurigkeit erfasst ein jeden der noch fühlen kann. Erfasst ein jeden der noch ein Herz besitzt. Wieder ziehen dunkle Zeiten auf und wieder schaut das Volk verblendet und ängstlich zu. Wieder werden viele Menschen sterben weil sie so mutlos und tatenlos alles mit sich haben machen lassen. Bald werden wieder solche Gedanken, wie oben beschrieben, die einzige Hoffnung im Lande sein. Hoffnung auf Menschlichkeit, die sie sich selbst verwehrt haben. Noch scheint nicht jede Hoffnung verloren aber das ist nur ein Trugschluss. Hoffnung schöpft sich aus der Vorstellung das etwas besser werden kann. Aber dazu hätte es euch alle gebraucht. Jeden Einzelnen. Jeden Mut und jede Zuversicht. Aber diese Evolutionsstufe hat der Mensch noch lange nicht erreicht. So bleibt ihm wieder nur Tod, Leid und die Hoffnung auf einen Retter. Aber dieser Retter bist du selbst und du weißt das man sich auf dich nicht verlassen kann. So wird es keine Rettung geben, nicht für dich, nicht für den der alles zugelassen hat. Gute Nacht Deutschland es wird Zeit zugrunde zu gehen.

Bild von DarkmoonArt_de auf Pixabay 

5 Kommentare zu „Nebel

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