Blood tears and sweat

Pexels auf Pixabay 

Durch die Leidenschaften lebt der Mensch,
durch die Vernunft existiert er bloß.

Nicolas Chamfort

Blood tears and sweat

Der Titel eine verdrehte Anleihe an eine frühere Zeit. Aber passend zum Thema. Zum Thema einer Bloggerin die ich sehr schätze. Im Rahmen meines „Meine Meinung Meeting“, das Frage und Antwort Spiel auf Wicca Secret, wollte sie folgendes mit mir teilen.

Meine Frage lautete: „Gibt es ein Thema; über das ich deiner Meinung nach mal schreiben könnte?“

Die Antwort:

Die Ästhetik der Handgriffe, der Arbeitsschritte des handwerklichen Kochen und Backen. Ich werde so oft belächelt oder misstrauisch angesehen, wenn ich vom sinnlichen Erlebnis beim Kneten des Teiges zB. spreche oder dass es einen Unterschied macht, wie man Gemüse schneidet, das Kochen einem Rhythmus folgt. Vielleicht ist meine Wahrnehmung auch total übertrieben, gar absonderlich. Ein paar Einblicke aus berufenem Munde fände ich bereichernd.

Dann wird er berufene Mund jetzt schweigen und dafür seine Hände schreiben.

Gleich einmal vorweg. Kochen hat immer mit Leidenschaft zu tun, wenn man nicht das Fastfood Restaurant nebenan seine Heimat nennt. Kochen ist auch Kunst und somit jeder Mensch der kocht, erst einmal ein Künstler. Ein Künstler ohne Passion und Leidenschaft, wird in seiner Kunst nie befriedigt sein. Weil alles was er kreiert, nicht seinem künstlerischen Denken und Erleben Rechnung tragen wird. So ergeht es wohl vielen Köchen deren Zuhause, ihr Wohnsitz ist. Würde man diese Wohnsitz Küche in eine Restaurant Küche verlegen, was könnte dann geschehen? Aufregung, Anregung, Erwartung und nachdem die Angst überwunden, Neugier und Kreativität sich einstellen. Man würde den „Koch Raum“ in sich erweitern. Unmöglich wird zu einem Wort, das keinen Stellenwert mehr hat. Leidenschaft schleicht sich durch die Kochschürze ins Herz. Die Seele fängt an sich der Düfte, der Handlung, der Kreativität anzunehmen. Du bist auf einmal kein Koch mehr, für einen Augenblick wirst du zum Dali der Küche.

Hebi B. auf Pixabay 

Manche Menschen brauchen dafür keine Restaurant Küche. Ihre eigene Küche ist die eines Restaurant. Ihr Publikum die eigene Familie, „Gäste“ und Freunde. Ihr Malerbedarf, Töpfe und Pfannen. Schneebesen und Messer. Für jedes Lebensmittel das richtige „Instrument“ (Küchen Poesie). Ein Maler hat auch nicht nur einen Pinsel (Lustprinzip, da kochen auch viel mit Lust erfahren zu tun hat). Wie erfährt nun so ein künstlerisch, leidenschaftliches Wesen das Kochen. Es zelebriert. Es erfährt, erfühlt ihr Handeln. Da wird Pizzateig zu einem Allegro. Das Karotten schneiden zu einem Presto, das sich gegenlicht zu einem Prestissimo steigert. Leidenschaft beim Kochen kann man vergleichen mit einem Musiker. Je näher der Musiker seinem Konzert kommt, um so größer die Sehnsucht nach dem Anfang. Der erste Ton und dann gibt es kein Halten mehr. Wie im Rausch vergeht Ton um Ton, Zeit um Zeit. Was für den Musiker der Ton, ist für den Koch das erste Aroma das in seine Nase steigt. Es stimuliert alles in ihm. So können Seele und Herz zu einem Gefühl werden und dieses äußert sich dann im bearbeiten des Teiges, im Schnitt für die Gurke, im Bräunungsgrad des Auflaufes. Jeder Mensch der solch einen Koch bei seiner „Arbeit“(Konzert) zu sieht, wird sich nicht wagen diese Komposition hinunter zu schlingen. Die Ehrfurcht und der Geschmack werden dich zu einem Largo verleiten, dessen Ende dich mit Traurigkeit aber in der Hauptsache zu einem Standing ovatrion verleitet.

Zusammen gefasst. Lasse dich nicht von deinem Erleben, deiner Kunst und deiner Leidenschaft von Leuten abhalten, deren Zuhause wohl das „Fastfood Restaurant“ ist. Sie könnten viel bei dir lernen und vielleicht lädst du sie einfach mal zum mitmachen ein. Viele Menschen haben Angst vor Lebensmittel und deren Verarbeitung. Man muss sie heranführen an die Leidenschaft des Kochens. Lass sie diese spüren mit ihren eigenen Händen. Und wenn sie dich absolut nicht verstehen wollen, dann eben ein paar Folgen von Jamie Oliver´s, The Naked Chef anschauen. Das heilt sehr schnell. Vielen Dank für diese wunderbare, mich inspirierende Frage.

header image by Peter Fischer auf Pixabay 

19 Kommentare zu „Blood tears and sweat

  1. Ich Liebe die Vorgänge beim Kochen und kann das mit dem Rhythmus gut nachempfinden. Deswegen nehme ich auch ganz selten elektrische Schnitzelwerkzeuge, denn bei mir muss es nicht schnell gehen. Das mit dem sinnlichen beim Brotteigkneten habe ich nicht so, aber eine tiefe Zufriedenheit, wenn ein wunderbares Brot aus dem Backofen kommt …. und der Duft …. das ist dann wieder sinnlich … 😀

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  2. Ich habe oft meiner Großmutter beim kneten des Pizzateiges zugesehen. Sie brauchte dafür kein Rezept und keine Gewichtsangaben. Sie backte so wie es ihre Vorfahren es ihr beigebracht hatten. Wenn wir dann am Tisch saßen, und die Pizza aßen…roch es nach Heimat😎

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