Lebenskünstler

Er der Lebenskünstler, perfektioniert die Kunst, Klugheit im Leben, Spaß und Feingefühl, sowie eigene Interessen zu verbinden. Er besitzt die Fähigkeit, aus der denkbar schlechtesten Situationen, das Beste zu machen.

Dabei verliert er weder seinen Humor, noch seine stoische innere Ruhe. Er ist ein Meister darin, die eigenen Bedürfnisse zu leben. Man sollte seine Gelassenheit, seinen Humor aber niemals als Oberflächlich betrachten. Er hat seine Wurzeln als Wertgestalt, in einem nicht bewussten Geist. Seien Naturell entspringt nicht seiner Lebensgeschichte. Es ist abgekoppelt davon. Im Moment, im Jetzt. Er lebt in jeder Sekunde seines Lebens. Spricht man mit ihm, wird man bald merken, das er den Unterschied zwischen Wichtig und Unwichtig in sich verkörpert. Er dramatisiert Situationen nicht.

Dieser Lebenskünstler lebt zu einem großen Teil in mir. Situationen so zu verändern, das sie doch noch Lebenswert erscheinen, habe ich in meiner Kindheit gelernt oder lernen müssen? Ich bin mir da nicht so sicher. Richtig aufgefallen ist mir der Lebenskünstler in mir, als ich zum ersten Mal nach Straßburg gekommen bin. Da war ich 11 Jahre alt. Es war als würde diese Stadt in mir leben.

Daher lebt er auch nicht nur in Alternativen. Seine Sichtweise hat stets einen dritten und vierten Weg parat. Die große Lebensbejahung umfasst das ganze Leben und nicht nur die guten Aspekte. Für ihn gibt es kein Gut und Schlecht, es gibt nur das Leben und seine Möglichkeiten. Da er das Leben mit einer positiven Offenheit betrachtet, fallen ihm ständig neue Gründe ein, warum sein Leben so lebenswert zu sein vermag. Das alles geschieht immer im Jetzt. Probleme bekämpft er nicht. Er tänzelt um sie herum, ohne ihnen aus dem Weg zu gehen. Wer mit dem Leben ein Tänzchen wagt, der hat Freude daran. Egal wie schwierig es auch gerade sein mag.

Ich fühlte mich eins mit dieser Stadt und seinen Menschen oder besser gesagt mit einem Teil der Menschen. Damals wusste ich noch nicht wie man diese Leute nannte. Ich fühlte mich nur ihnen verbunden. Sie strahlten etwas aus, das mich in meinem Inneren berührte. Ein Gefühl von Freiheit, Unabhängigkeit. Das Leben wie eine Welle, die an einem Bootsrumpf eines Ausflugsdampfers vorbei glitt, zu sehen und spüren.

Ein lebendiger Geist hat es zumeist mit der Kreativität. Daher findet man Lebenskünstler zumeist auch in solchen Berufen. Ob als Maler, Musiker, Schriftsteller, sie möchten ihr Inneres nach Außen tragen. Viele Menschen sehen in Lebenskünstler, Franzosen die irgendwo am Meer, Portraits von Menschen malen und damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Ist wohl ein vergangenes Bildnis der Romantiker.

In der Geschichte der Menschheit finden sich viele Lebenskünstler.Ob nun Dali, Lindenberg, Thomas Mann, Charlie Chaplin, Marlene Dietrich, James Dean, Janis Joplin sie alle lebten sich aus und Einer macht das heute noch. Aber es gibt viel mehr Lebenskünstler die nicht berühmt wurden. Menschen denen es um das Leben an sich geht. Aussteiger die nach Kanada auswandern, um dort in der Wildnis mit Bären und anderen Raubtieren zu leben.

Ich bin in den Sechziger und Siebziger Jahren aufgewachsen. Das hat natürlich seine Konsequenzen, wenn man von Natur aus schon ein Freigeist ist. Gerade wenn man ein Jugendlicher dieser Zeit ist. Man erkennt im Außen, sein Innen. Kann sich damit identifizieren. Kann sich selbst durch die Kleidung, die Freunde, die Musik und was diese Zeit noch so mit sich brachte, selbst reflektieren. Das prägt einen für alle Zeiten.

Menschen die eine ganz spezielle Sicht auf die Welt und ihr Leben darin haben. Heute fallen diese Lebenskünstler nicht mehr so auf. Es ist normal geworden anders zu sein. Zumal fast jeder von sich behauptet, „Ich bin anders“. Das mag sein aber werde ich dadurch zum Lebenskünstler. Bestimmt nicht. Mein Outfit, meine Musikrichtung und auch meine Frisur macht mich nicht zum Lebenskünstler. Es ist die innere Einstellung und die Sicht auf alles, was im Leben passiert, das einen Lebenskünstler definiert.

Dieses Gefühl habe ich nie mehr verloren. Ich spüre es ständig in mir und so war mein Leben, wie soll ich das ausdrücken, ein buntes Treiben in einer gefühlt französischen Metropolen Welt. Klingt seltsam aber trifft den Kern der Sache. Da meine künstlerischen Talente, bedingt durch meine Kindheit, nicht wirklich offensichtlich zu Tage traten, war das Schreiben eine Ausdrucksform daraus und wahrscheinlich mein Berufe in der Gastronomie. Sie ermöglichten mir Länder und Kulturen kennenzulernen. Was wie ein Drang in mir arbeitete.

Lustigerweise finden sich im Internet viele Anweisungen und Seminare zum Thema, wie werde ich zum Lebenskünstler. Wie lege ich mir so eine Lebenseinstellung zu? Das ist echt zum Schreien komisch. Ich kann mir eine gelassenere Sicht auf das Leben zu legen aber ein Seminar an deren Ende ich ein Lebenskünstler bin? Echt jetzt? Werde ich da hypnotisiert und gehe als Künstler des Lebens, aus dem Seminar? Oder bekomme ich einen zerschlissenen Malerkittel und einen Pinsel in die Hand gedrückt? Schneiden sie mir das Ohrläppchen ab und drücken mir einen Bilderrahmen unter den Arm? Ich weis es nicht und möchte es auch gar nicht wissen.

Heutzutage ist man wohl der Meinung, dass man alles erlernen kann. Kann man nicht aber man kann mit allem Geld machen. Als Lebenskünstler wird man geboren und wenn man das Glück hat, dass die Lebensumstände die Richtigen, dann kann man den Lebenskünstler auch leben.

Die Art des Lebenskünstler bestimmt sein ganzes Leben. So auch das meine. Man fühlt sich verbunden mit den Dingen die einen umgeben. Sie bringen zum Ausdruck was wir wohl Persönlichkeit nennen. Ob das nun der Besitzt oder die Menschen im eigenen Leben sind. Die Arbeit oder die Zeiten der Freiheit, des Individualismus. Des nicht anpassen und die eigenen Regeln leben wollen und lassen. Die Selbstbestimmung die immer an erster Stelle steht, hat mir als Kind schon immer Ärger gebracht. Aber ohne sie fühle ich kein Leben.

Es gibt viele Arten der Lebens Kunst und den Lebenskünstler.

Grillkunst made in Südafrika

Eine andere Art der Lebenskunst ist es, in schwierigen Lebensverhältnissen, dass Beste aus allem zu machen. Wie die Bewohner Südafrikas. Man hat nicht viel und aus dem Wenigen macht man eine Philosophie. Nichts wird weggeworfen, was nicht doch noch irgendwann vom Nutzen sein könnte. Da gehen die Bewohner auch mal ungewöhnliche Wege. Auch beim grillen. Ja auch in Südafrika wird gegrillt. Bevorzugt Fisch und das auf eine recht kreative Weise.

Bevor wir fischen, wenden wir uns einem Grillsteak zu. Das ungewöhnliche daran ist die Gewürzmischung. Abgesehen von ganz normalen Zutaten wie Salz, Pfeffer, Paprika, Chili usw. verwenden die Südafrikaner noch ein paar Zutaten, die nicht so ganz gängig sind bei uns. Die Erste wird manch einer schon mal benutzt haben aber nicht gerade zum Steak grillen. Brauner Zucker. (Ist auch schon in Deutschland angekommen) Ok, kann man sich vorstellen aber die zweite Zutat 🙂 🙂 Kaffee. Ja, Kaffee.

Unter die Gewürzmischung wird gemahlener Kaffee geben. Das Fleisch wird fast fertig angebraten, vom Grill genommen und dick mit der Gewürzmischung bestreut. Festgeklopft und dann noch mal kurz auf den Grill gelegt. Seltsamerweise kommt dabei das Kaffeearoma nur schwach zum tragen.Das wird wohl daran liegen dass, der Kaffee schon einmal geröstet wurde. Ein neuer aber nach meiner Meinung, sehr guter Geschmack.Machen  wir einen Schwenk Richtung Fisch. Makrele. Die Makrele, die ihr überall bei uns zu kaufen bekommt. Natur natürlich, da sie ja eine südafrikanische Marinade erhalten soll und für die wir folgende Zutaten benötigen.

Elemente:

Knoblauch, Orangensaft, Salz, Butter und Aprikosenmarmelade.

Gestalt geben:

Die Zutaten miteinander verrühren. Die Makrele von beiden Seiten damit einstreichen und rauf auf den Grill. Grillzeit ca. 15 Minuten. Dabei immer wieder wenden und neu einpinseln. Dazu serviert wird Marmeladenbrot. Das ist krass und es schmeckt wirklich. Die Makrele. Das Marmeladenbrot dazu, ist eher gewöhnungsbedürftig. Wenn wir schon bei seltsamen Beilagen sind, dann muss natürlich noch eine für das Grillsteak her. Auch Marke Südafrika.

Dazu stellen wir zwei Dinge her. Einen Rindereintopf und süße Hefeknödel. Für beides finden sich genug Rezepte, daher werde ich jetzt auch nicht darauf eingehen.Wichtig ist nur, ihr nehmt die Hefe Knödel im rohen Zustand und legt sie in den Rindereintopf. Deckel drauf und solange köcheln lassen, bis sich ihr Volumen verdoppelt hat. Raus aus dem Topf abtropfen lassen und rauf auf den Grillteller. Schmecken genial.

Header Ricardo Gomez Angel, Bild 1,玄土 ORIENTO Bild 2, Mafer Benitez. Bild 4, Lode Lagrainge Bild 3, Image by Holger Detje from Pixabay 


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15 Kommentare zu „Lebenskünstler“

  1. Berührt habe ich gelesen, dabei gefühlt, geschmeckt, gerochen… Und mir scheint, es braucht kein Wort um es hinzuzufügen. Der Text ist reich, in sich komplett und ganz.
    LG
    Marion

    Gefällt 2 Personen

      1. Das freut mich, Robert.
        Ich empfand es als leicht, dich in diesem Beitrag sehr umfassend zu sehen, die Schönheit einer Seele.
        Und jedes Wort, das ich hätte hinzufügen können, würde dem Beitrag gefühlt eher etwas nehmen.
        ☀🌙✨

        Gefällt 1 Person

  2. Grüß dich Robert.
    Eine wunderbare und detaillierte Beschreibung, was Lebenskünstler ausmacht und auch sehr interessant zu lesende, mit viel Liebe verfasste Biographie von dir für uns.
    Lebenskünstler sind Menschen, welche die Kunst zu leben verstehen… Wirklich zu leben, aus wirklich allem das Beste zu machen, denke ich und man kann sie irgendwie bissl beneiden dafür.
    Auch in dir steckt viel Lebenskunst und auch Lebenslust, was ja unschwer auch in deinen Beiträgen zu erkennen ist und die Idee des Rezeptes aus Südafrika mit u.a. Kaffeepulver Gegrilltes auf offenem Feuer klingt sehr verlockend.🙂
    Liebe Grüße von Hanne

    Gefällt 1 Person

    1. Grüß dich Hanne
      Ja was man in sich trägt kann man auch beschreiben. Wenn man sich auf der Welt umschaut, erkennt und erfährt man die erstaunlichsten Dinge.
      Lg Robert 🌞🌞🍀⛰️

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      1. Alles so wahr und kann ich nur ganz klar bestätigen.
        Gibt auch ein sehr schönes Zitat von Alexander von Humboldt, das ich immer wieder gerne als „Vorwand“ nehme, wenn wir mal öfter verreisen:
        „Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.“
        Liebe Grüße zurück 🍀🌞🍀🙂

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  3. Lebenskünstler… ich habe mir ueber dieses Wort noch nie Gedanken gemacht- aber deine scheinen genau das auszudrucken, was einen Lebenskünstler ausmacht🙃… uebrigens werde ich ueber Ostern nach Strasbourg fahren…

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    1. Da ich vor habe einen meiner Brüder dieses Jahr noch zu besuchen und der nicht weit entfernt von Straßburg wohnt, werde ich mir einen Abstecher dahin gönnen. Viel Spaß wünsche ich dir, in dieser wundervollen und charismatischen Hauptstadt, der Romantik. Aus meiner Sicht.

      Gefällt 1 Person

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