Die Wahrheit im Trost

Aufruf zur Blogparade Trost von Jeca Blog Psycho-Psyche-Therapie

Glücklich wer zu sich selbst sagen kann: Ich habe eine Träne getrocknet.

Giuseppe Giusti ita. Dichter

Tränen das erst Wort woran ich denken muss, wenn ich das Wort Trost höre. Menschen denen Trost fehlt, haben gerade eine schwere Zeit zu durchleben. Wer aber braucht Trost? Kinder? Klar wenn sie sich weh getan oder Angst sie übermannt. Wenn sie traurig sind und weinen. Aber Erwachsene. Brauchen die Trost? Sind sie nicht alt genug um sich selbst trösten zu können?

Das ist natürlich Unsinn.Schmerz, Einsamkeit, fehlende Nähe, der Verlust von Liebe oder eines Menschen. Krankheit und verlorene Lebensqualität, erschüttern den Menschen. Er fühlt sich hilflos, alleine und überfordert. Das Leben ist nicht immer fair zu uns Menschen. Es fragt nicht danach, was du ertragen kannst. Und es verschont niemanden. Niemand.Ja und Jetzt? Was machen wir, wenn wir alleine und überforderst, zu Tode betrübt in einer Ecke sitzen? Wir warten. Wir warten auf ..dich. Du der uns Trost spenden könntest. Du ist gleich Wir.

Wir sitzen in einer dunklen Ecke und weinen. Weinen, ist das nicht das Gebiet der Kinder und Frauen? Männer trösten aber werden Männer auch getröstet? Weinen Männer? Wir Männer sind auf der Erde um Frauen und Kinder zu trösten. Stimmt. Ich habe eine Träne getrocknet und jetzt warte ich darauf, das meine Tränen getrocknet werden? Ist Männer trösten in unserer Gesellschaft angekommen? Das vermag ich nicht zu beantworten, aus gesellschaftlicher Sicht. Aber persönlich habe ich eine Meinung dazu.

Natürlich dürfen Männer sich trösten lassen. Sie dürfen sogar weinen. Warum, könnte manch eine Person jetzt gerade denken? Die Antwort liegt in der Natur der Sache. Wenn ich fähig bin Jemanden zu trösten, bedeutet das , wir können uns einfühlen in den Anderen. So etwas kann man nur machen, wenn man Gefühle besitzt und weis damit umzugehen. Wenn wir diese Gefühle haben, dann dürfen wir sie auch nutzen. Nicht nur zum trösten auch zum trösten lassen. Zum leben ihrer sind sie gedacht. Daher weine, wenn du weinen musst. Lass dich trösten wenn es des Trosts bedarf.

Trost ist ein Stück Menschlichkeit, Mensch sein. Wir alle haben ihn verdient, denn wir alle können das Verlangen danach spüren.Das kostet nichts. Einfach mal eine Hand halten. Ein paar Tränen die eine Wange herunter laufen, trocknen. Sich ein paar Minuten Zeit nehmen, um einen Menschen ein wenig Kummer abzunehmen. Ihm es leichter machen, seine Last zu tragen. Ein paar Minuten Gutes tun.

Das erzeugt Dankbarkeit. Trost erneuert Lebensmut. Er erzeugt Halt und Nähe, die gerade so dringend gebraucht wird. Nicht nur der Trost erfahrende fühlt sich dadurch besser. Auch dir wird es danach besser gehen. Obgleich das scheinbar heutzutage viele nicht mehr glauben. Menschen helfen gerne. Es tut ihnen gut. Sie fühlen sich gebraucht und damit gesehen. Etwas ganz wichtiges für alle Menschen. Sich gesehen fühlen. Ich bin da und ihr bemerkt mich. Ich gehöre zu euch.Bin ein fester Bestandteil des Kollektiv Mensch.

Helfer und Trost suchender fühlen sich danach glücklich. Das ist der Kreislauf der Herzensöffnung. Ohne Herzensöffnung gibt es keinen Trost. Die muss sein damit Trost wirken kann. Lieblos und kalt eine Hand halten, tröstet keinen. Einfach das Herz öffnen. Das geht am besten, wenn du dem Trost suchenden, in die Augen blickst. Der Schmerz darin wird dich erreichen. Habe keine Angst davor, zusammen werdet ihr ihn heilen.

Einfach mal das Gefühl auspacken und fest drücken. Trost darf man spüren auch körperlich. Man darf ihn auch sehen. Keiner muss sich nicht ins letzte Eck verdrücken. Ins geheime Hinterzimmer. Trost ist nichts zum schämen und verstecken. Trost ist Hilfe in der Not .Einen Beinbruch versteckt auch keiner im Keller. Nähe und Gefühle verstecken wir gerne. Daher besteht ja das große Verlangen nach Trost. Weil wir sehr früh lernen unsere Gefühle zu verstecken. Unser schlecht ergehen hinter Worthülsen zu verstecken. So lange bis nichts mehr geht und selbst da sind wir noch gewillt, den Starken zu spielen. Verkehrte Welt mit uns selbst spielen. Herz, Gefühl und Trost sind eine Einheit und so möchten sie auch gelebt werden.

Trost und Halt bietet die Natur jeden Tag.

Bilder unsplash:Header , Jack Finnigan . Bild 2: Preslie Hirsch Bild 1: (c) MightyhansaWater droplet on a leaf, Kontrast, Ausschnitt, Hinzufügen von Text von Jeca (Psychologik-Blog), kreiert mit canva (www.canva.com), Lizenz: CC BY-SA 3.0

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22 Gedanken zu “Die Wahrheit im Trost

  1. Pingback: Zwischenstand der Blogparade „Trost“ – Psycho-Psyche-Therapie

  2. Hallo Robert,

    nun hatte ich Zeit, deinen Artikel zu lesen! Vielen herzlichen Dank dafür! Du beleuchtest eine ganz spannende Perspektive – nämlich die gesellschaftliche. Ist Trost, insbesondere bei Männern, angekommen? Dürfen Männer weinen? Dürfen sie sich trösten lassen? Und dann erweiterst du auf eine ganz umfassende Perspektive.
    Besonders schön fand ich die Sätze: „Trost erneuert Lebensmut. Er erzeugt Halt und Nähe, die gerade so dringend gebraucht wird“. In ihnen kommt das Verbindende so schön zum Ausdruck, das auch beim in-die-Augen-Blicken, das du ja ansprichst, geschieht.
    Und ja, Trost hat etwas mit Herzensöffnung zu tun. Und für manche Menschen fühlt sich das gefährlich an, weil sie schlechte Erfahrungen mit Herzensöffnung gemacht haben. Dann neuen Mut zu finden, sich wieder auf das Wagnis einzulassen, ist oft nicht so leicht. Aber nur so kann man schlussendlich die zutiefst beglückende Erfahrung des Getröstetwerdens machen…

    Vielen Dank für deinen schönen Beitrag; ich freue mich sehr, dass du mitgemacht hast!

    Viele Grüße,
    Jessica

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    1. Hallo Jessica,
      Ich danke dir für diese schöne und inspirierende Beitragsvorgabe. Es war ein wirklich kreativer Akt sich damit auseinander zu setzen. Von der Ratio zur Emotion und wieder zurück. Es hat mir sehr viel Freude bereitet Ich wünsche dir und uns allen, das sich noch viele daran beteiligen werden.
      Lg Robert ⛰️🍀

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  3. Alles klar Robert. Damit dein Beitrag nicht doch noch einseitig belastet kippt, hast du nun eben auch die Sicht einer Frau, nach gemachter Erfahrung damit.
    Gib bitte gut auf dich acht.🍀🍀🍀
    LG Hanne

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      1. Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du deinen Glauben an das Gute, vor allem in den Menschen, nie verlierst und darin auch nicht zu sehr enttäuscht wirst am End.🍀

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      2. Ich glaube nicht an das Gute im Menschen. Da ich weiß das es jeder in sich trägt Es kommt nur darauf an ob man Zugang dazu findet oder nicht. Darin liegt das Problem und die Lösung gleichermaßen

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      3. Wenn man aber umgekehrt über lange Zeit Zugang zum Guten in einem Menschen hatte, es sich plötzlich unvorhersehbar und völlig unverständlich durch falsche Erwartungen, oder sonstwas ins Böse verwandelt. Gibt es zum Problem keine Lösung.

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      4. Wenn es diesen Wandel geben kann, dann muss es auch einen Wandel in die andere Richtung geben. Es ist alles nur eine Frage des Wollens.Habe ich alles schon erlebt. Es ist alles möglich aber nicht alles trifft ein. Es liegt nicht in der Hoffnung, es liegt im Wissen das es möglich Das ist meine ganz persönliche Meinung und Erfahrung.

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      5. Je nachdem wie dieser Wandel vonstatten geht bzw ging, ist es mitunter keine Frage des Wollens mehr und auch nicht des Wissens, Robert. Sondern entsprechend damit gemachter Erfahrung, notwendiges Umdenken, um sich selbst zu schützen, wie ich schon sinngemäß Jeca’s lieben Kommentar hier beantwortete.
        Ein wirklich schönes Projekt und wenn jedes „Geschlecht“ seine Sicht der Dinge sowie auch wirkliches Empfinden dazu äußert, zudem sehr informativ und sogar trostreich.

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      6. Da leben wir in zwei verschiedenen Erfahrungswelten. Wobei ich deine Gefühle und Gedanken sehr wohl nachvollziehen kann Vielleicht findest du in meiner Gedankenwelt ein wenig Hoffnung, im Sinne von, das es auch anders geht. An dem Projekt kann sich jeder beteiligen. Finde ich gut.

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      7. Wäre auch irgendwie seltsam oder verblüffend, wenn wir in gleichen Erfahrungswelten leben würden, kann aber auch deine Gedanken- und Gefühlswelt recht gut nachvollziehen, oder zumindest verstehen. Hoffnung im Sinne, dass es auch anders geht, finde ich ja immer wieder bei Menschen die mich gut kennen, so mögen und vor allem auch schätzen wie ich nunmal wirklich bin, aber nicht so, wie sie mich gerne hätten.
        Mach doch grundsätzlich bei keinen Projekten mit, weil ich mich nicht nur aus Zeitgründen ungern bei sowas festlegen möchte. Interessiere mich aber immer gerne bei meinen Leuten im Blog auch für solche Projekte und lass zumindest mal nen lieben Gruß da.

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  4. Grüß dich Robert.
    Ein sehr schöner Beitrag und auch Überlegungen, die Sinn machen. Nur etwas zu einseitig, eher wie eine Botschaft an? ¿ kommt es so insgesamt für mich rüber.
    Schon seit sehr vielen Jahren gilt für mich grundsätzlich „wenn dir jemand weh tut, dann verzeih und versteh. Denn es geht ihm selbst nicht gut, sonst tät er dir nicht weh“.
    Doch diese Denkweise sowie auch entsprechendes Handeln macht nur wirklich Sinn, wenn man dabei nicht selbst von jemandem, dem man über viele Jahre genau wegen diesem Wissen mitfühlend und teils auch hilfreich zur Seite stand, plötzlich ganz bewusst heruntergezogen, massiv an der Seele verletzt und vor allem auch das Vertrauen dadurch restlos zerstört wird… Warum auch immer, irgendwie für das eigene Wohl, Ego benutzt wird. So fühlt sich das dann jedenfalls an, weiß ich leider aus Erfahrung.
    Die Wahrheit liegt somit nicht immer im Trost, sondern… keine Ahnung wo auch immer.
    Liebe Grüße von Hanne🍀

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    1. Hallo Hanne,
      das ist keine Botschaft an an Irgendwem, das ist meine Sicht auf Trost. Aus meiner Sicht als Mann darauf. Ich kann nur für die Männer sprechen (und da auch nur von mir) in diesem Fall, da ich nicht weis, wie Frau Trost interpretiert. Und wenn das einseitig klingt, dann weil es auch nur die Seite beleuchtet, von der ich sprechen kann.
      Lg Robert 🙂

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    2. Liebe Hanne,

      ja, manchmal kippt es, dann wird Vertrauen missbraucht, es geschehen Verletzungen, es kommt zu (emotionaler) Ausbeutung… leider werden wir vor solchen Erfahrungen nicht bewahrt und sie sind umso schmerzhafter, je länger man eine Verbindung mit einer Person eingegangen ist. Es tut mir leid, dass du diese Erfahrung offenbar so massiv machen musstest und ich wünsche dir, dass du auch gute Erfahrungen damit machen kannst, jemandem nahe zu sein und zu trösten, ohne dass es irgendwann „kippt“.

      Viele Grüße,
      Jeca

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      1. Das ist sehr lieb von dir und ist wirklich sehr schmerzhaft, wenn eine langjährige Vertrauensbasis mit gegenseitiger freundschaftlicher Hilfe im Netz plötzlich missverstanden und entsprechend verachtend um sich geschlagen wird, liebe Jeca. Die gute Erfahrung dabei ist, dass meine Gutgläubigkeit, sowie natürlich auch das Vertrauen entsprechend stark gedämpft, ich eines Anderen, aber nicht Besseren belehrt wurde und somit künftig hoffentlich gegen solche Menschen gewappnet bin.
        Jemandem Nahe sein, zu helfen und auch zu trösten, ohne falsche Erwartungen oder gar Hoffnungen zu wecken funktioniert auf Dauer offensichtlich nur in der „realen“ Welt bzw außerhalb des digitalen Netzes, wenn mann den und diejenigen kennt, oder zumindest ins Gesicht, die Augen sehen kann.
        Viele Grüße auch an dich und danke

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  5. Pingback: [Aufruf!] Blog-Parade zum Thema „Trost“ – Psycho-Psyche-Therapie

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