Frostwacht

Heute morgen ist mir so kalt, das ich denke..in meinen Gedanken..

Wintar der Glänzende, schickst deine Boten Frostnacht und Rauhreif? Gevatter Frost bald reicht dir dein Schildknecht November das Jahreszeitenrad. Harsch wirst du es packen und in einem Frosthauch verstecken.

Die Natur wartet auf dich. Bist der Wächter ihres Winterschlafes. Breitest ihnen eine Decke aus Weiß. Glitzernd und klirrend. Läßt Bäche und Flüsse zu eisigen Gesellen erstarren. So können sie Kraft für´s Frühjahr schöpfen.

Väterchen Frost, stampfst durch die Wälder, in denen Reh, Fuchs und anderes Getier Schutz suchen. Zwischen verschneiten Tannen und wärmender Ruhe. Wo sie finden Versteck und Achtung vorm Leben.

Menschen hüllen sich in Demut vor deiner frostig Macht, in Handschuh, Schal und Mütze. Zeigst Grenzen mit dem Getöse deiner harten Winterstürme. Zeigst deine Macht, mit Bergen aus Schnee und tödlicher Kälte.

Wintar du glänzende Zeit, bringst aber auch Freude und Wärme. Im Herzen, mit deiner kalten Fröhlichkeit. Lichter dringen durch deine finster Dunkelheit. Licht in Fenstern voller Eisblumen, gerahmt mit den von dir geschaffenen, kalten Zapfen aus Eis.

Feiern ein Fest in deiner kalten Jahreszeit, gefüllt durch Wärme und Licht. Schickst uns Schneegestöber über verschneites Land. Schneegekrönt sitzt du auf deinem Thron aus Eis.

Du Gevatter des Schnees warst kurz in meinen Gedanken. Bald gibt es ein Wiedersehen. Durch mein Fenster, in der Natur. Magst ja der König des Eises sein, magst ja der Beherrscher der Winterstürme sein, doch möchte ich dich nicht missen. Bist ein Freund meiner Seele, mit all deinem Zauber.

Heute mache ich mal etwas das aus der Reihe tanzt. Ein Rezept auf Wunsch einer lieben Blog Kollegin LadyAngeli, vom Blog „Mein leben ist bunt“. Was für ein fröhlicher Name.

Es wird von einen Wildschweinbraten aus der Keule gelöst handeln. Danke für die Anregung.

Wildschweinbraten (Rezept von Oma)

Elemente:

1 kg Wildschwein Keule ohne Knochen, 1 Bund Suppengrün, 1 Rote Zwiebel, 2 Lorbeerblätter, 1 EL Wacholderbeeren, 1/2 TL Pfefferkörner, 1/8 l Rotweinessig, 3/4 l trockenen Rotwein, 30 g Butterschmalz, 1 Tl Thymian getrocknet,  50 g Butter kalt, Salz

Gestalt geben:

Suppengrün vorbereiten und in grobe Stücke schneiden. Zwiebel schälen und Vierteln. Einen Tl Pfefferkörner im Mörser (falls nicht anwesend mit dem Messer) zerstoßen. Fleisch damit einreiben. 

Rotwein, Suppengrün, Zwiebel, Lorbeerblätter und den Rotweinessig mit dem Fleisch in einen großen Behälter geben. Fleisch muss völlig bedeckt sein. Zudecken und 24 Stunden im Kühlschrank marinieren lassen.

Das Fleisch aus dem Sud nehmen. Die Marinade durch ein feines Sieb geben und nicht entsorgen. Die brauchen wir noch. Die restlichen Pfefferkörner zerstoßen Das Fleisch mit den Pfefferkörner, dem Salz und dem Thymian gründlich einreiben.

Bräter erhitzen und das Butterschmalz hinein geben. Das Fleisch von allen Seiten an braten. Das Suppengrün hinzu fügen und kurz mit schmoren. 1/4 Liter der Marinade dazu geben. Ohne Deckel, im vorgeheizten Backofen, bei 200 Grad, 90 Minuten braten.

Immer wieder mit etwas Marinade das Fleisch überziehen. Das fertig gegarte Fleisch in Alufolie wickeln. In den ausgeschalteten und geöffneten Backofen legen. Den Braten Fond durch ein feines Sieb geben.Sollte zu wenig Sauce da sein, benötigte Menge von der Marinade hinzufügen.

Den Fond im Bräter auf eine vorgeheizte Herdplatte geben. Die kalte Butter in etwas Mehl legen. Mit einer Gabel zerdrücken, bis die Butter Mehl aufgenommen hat. In die Sauce geben und verrühren. Noch etwas köcheln lassen. Fertig. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Tipp:

Die Beilagenauswahl ist hier Vielfältig. Da es ein Wildgericht ist, gibt es aber ein Muss. Geschnorrte Apfelscheiben mit Preiselbeeren. Ansonsten Rotkohl, Salzkartoffeln, Knödel jeder Couleur, Aber auch Nudeln. Reis wäre doch etwas gewöhnungsbedürftig.

Wild natürlich in erster Linie, Rotwein. Aber ein schöner Gewürztraminer funktioniert auch hervorragend.

bon appétit

Ich hoffe das Rezept sagt dir zu und euch meine Lieben auch.

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32 Kommentare zu „Frostwacht

  1. Hi! Da komme ich ein paar Tage nicht dazu nachzulesen und dann geht mir dieses tolle Rezept fast durch die Lappen! Ganz herzlichen Dank dafür! Beim Lesen fing schon echt der Speichelfluss an! ;D Und bis auf das Suppengrün und die Bandnudeln habe ich alles Zuhause. Da weiß ich doch jetzt schon, was es am Wochenende geben wird. Freue mich! 🙂 Und danke schön auch für das Kompliment an meinen Blogtitel. 🙂

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  2. Was für eine poetische Liebeserklärung an den Winter. Man hat sofort die Bilder dazu im Kopf.
    Omas Rezepte sind immer lecker. Müsste aber erst nachfragen wo ich Wildschwein kaufen kann.
    Grüsse aus dem dunklen und grauen Schweden im November 😀

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      1. Doch, die gibt es in Schweden aber nicht hier wo ich wohne. Es gibt hier immer eine Anzahl Jäger, die zusammenarbeiten (jaktlag). Die dürfen von Amts wegen xx Wildschweine schiessen und danach auch verkaufen. Muss „die Ureinwohner“ 😉 fragen wo man hier Wildschwein kaufen kann. Kommt eine an den November? Das wird spannend!

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  3. guten morgen! hier gehts ja frostig zu – brrrrr. 🙂 hast du schon schnee da in passau, nee oder? fein, dass die temperaturen dich zum schreiben der ode gebracht haben. ich hoffe, du hast es daheim schön warm. gute woche dir. liebe grüße von hier nach da.

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    1. Guten morgen
      Nein von Schnee keine Spur. Da sieht man mal, daß auch im Unangenehmen etwas schönes entstehen kann. Man muss nur Potential nutzen. Was mich wieder zu einem neuen Gedanken bringt.
      Liebe Grüße von Da nach Hier.

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    1. Grüß dich Veronika
      Bei mir ist es auch noch nicht so kalt. Trotzdem war es mir heute morgen echt kalt.
      „Am Anfang schwamm ich mit dem Strom der Wörter ohne sie zu verstehen.“
      Das klingt klingt ja fast schon poetisch. Gefällt mir. Auch der Gedanke auf dem Strom des zu lesendem Reisen ohne …Sehr inspirierend dieser morgen.
      Dir auch einen schönen Sonntag.

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  4. Wunderschön zu lesen lieber Robert… auch wenn bei uns zur Zeit eher so etwas wie später Frühling herrscht. Zumal heute sogar die Temperaturen wieder stiegen und es endlich zwischen Sonnenschein auch mal regnet, worüber sich insbesondere die Natur sehr freut.
    Dein Wildschweinrezept liest sich auch wieder so lecker und passt sehr gut zur Jahreszeit.
    Ganz liebe Grüße von Hanne und ganz viele wärmende Gedanken an dich🌞🍀

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    1. Vielen Dank liebe Hanne
      Die Inspiration kam aus der Antwort, auf deinen wunderbaren Novemberblues. Und aus meinem frieren heute morgen. Danke ganz besonders, für die vielen wärmenden Gedanken an mich. Das brauche ich heute.
      Dir wünsche ich einen Sonntag deiner Gedankenwahl. Das Rezept ist von meiner Ohhma und schmeckt echt unglaublich gut. Allerdings hat sie nach dem die Sauce fertig war noch einen kräftigen Schuss Rotwein dazu gegeben. Ich war elf als ich das erste mal in diesen Genuss kam. Könnte also ein Zusammenhang zwischen Alter und Rotwein bestehen und ich deshalb stets so eine gute Erinnerung daran habe. 🙂 🙂

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      1. Dankeschön für den guten Tipp, wobei für mich guter trockener Rotwein immer irgendwie zum Wild gehört. Sooo lecker!!!
        Solche schönen Erinnerungen liebe auch ich, denn erwärmen das Herz und Gemüt lieber Robert. 🌞🍀

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  5. Guten Morgen Robert.
    Ich bin im Moment auch ständig am Frieren. Das Gedicht gefällt mir sehr gut.😊

    Aber Wildfleisch ist so gar nicht meins. Hat es doch immer einen strengen Geschmack.

    Liebe Sonntagsgrüße, Nati

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      1. Bisher hatte ich nur 1 oder 2x Wild probiert. Vielleicht liegt es auch an der Art der Zubereitung.
        Bei uns ist das Wetter im Moment mild. Sogar die Sonne lugt heute hervor. 🌞
        Schnee und Frost darf ruhig noch etwas auf sich warten lassen.
        Hab es fein heute, Robert.
        LG, Nati

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      2. Das wäre möglich.Also noch mal testen bei Jemanden, der es anders zubereitet. Nach Wetterbericht, ist da nichts von Frost und ähnlichem in Sicht. Ich werde dann fein Essen gehen. Schönen Sonntag dir.
        Lg Robert

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    1. Z.b Pappardelle ,eine Pasta die mindestens 1 cm breit und flach wie eine Bandnudel ist. Stammt ursprünglich aus der Toscana. Nimmt herrlich die Sauce auf. Ich persönlich würde nur ihr ähnliche Nudeln dazu reichen

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